Westsahara – die letzte Kolonie Afrikas?

Wir laden herzlich ein zu einem Vortrag mit Mohamed Badati, zur Situation in der Westsahara, die vor über 40 Jahren völkerrechtswidrig von Marokko annektiert wurde.

Mittwoch, 10.Mai; 20:00 Uhr Vortrag; 19:00 Uhr Essen (vegan)

Der Westsahara-Konflikt ist in der deutschen Öffentlichkeit nahezu in Vergessenheit geraten. In der jüngeren Geschichte war die Westsahara eine spanische Kolonie und wurde anschließend vor 40 Jahren völkerrechtswidrig von Marokko annektiert.

Viele Sahraui, das Volk der Westsahara, flohen in das Nachbarland Algerien und leben dort noch heute in einem der unwirtlichsten Teile der Sahara in Geflüchtetenlagern. Landwirtschaft ist dort fast nicht möglich, Trinkwasser knapp und kaum Infrastruktur vorhanden. Trotzdem haben es die über 150 000 Bewohner_innen der Lager es geschafft, über die Jahre einen Exilstaat aufzubauen, der Schulen, Krankenhäuserc und vieles mehr betreibt.

Die Sahraoui, die nach wie vor in Westsahara leben, haben massiv mit politischer Unterdrückung durch die marokkanische Regierung zu kämpfen. Willkürliche Verhaftungen und Folter sind an der Tagesordnung, über 500 Sahraouisgelten als Verschwundene.

Warum ist dieser seit Jahrzehnten andauernde Konflikt europäischen Öffentlichkeit kaum präsent? Wer sind die Sahraoui und wie organisieren sie sich im algerischen Exil? Warum wurde das vor 25 Jahren vereinbarte Referendum bis heute nicht abgehalten? Und welchen Einfluss haben die EU und Deutschland auf die Situation der Sahraoui? Auf diese und andere Fragen wird Mohamed Badati in seinem Vortrag Antworten geben.

Zur Person: Mohamed Badati, geboren in der Westsahara, studierte Politikwissenschaft und ist heute Vertreter der POLISARIO (Volksfront zur Befreiung der Westsahara) in Sachsen.

Ort der Veranstaltung: KHG Würzburg, Hofstallstraße 4